#Wandel #Veränderung #Entwicklung

Wandel - Angst oder Herausforderung?

Wir sind alle in unserem Leben mit veränderten Lebensumständen konfrontiert. Pandemie. Firmenfusionen. Ein neuer Arbeitsplatz. Der Umzug in eine andere Wohnung. Der Tod eines geliebten Menschen. Die Entscheidung liegt bei uns, wie wir mit der Ungewissheit einer neuen Situation umgehen. Ob wir verzweifeln oder daran wachsen können!

Veränderung als Konstante im Leben

Dass ich mich mit diesem Thema befasst habe, liegt an meinen Erfahrungen der letzten Jahre. Nie war mein Leben so sehr von Wandel und Veränderungen betroffen. Sowohl privat als auch beruflich. Doch schon Heraklit hat um 500 v Chr. festgestellt, dass die einzige Konstante im Leben die Veränderung ist. Warum geht aber eine leichter, ein anderer schwerer mit Veränderungen um?

Komfortzone vs. Weiterentwicklung

Wir bewegen uns gerne in unserer Komfortzone. Da fühlen wir uns sicher. Alles läuft nach den gewohnten Abläufen und Ritualen locker von der Hand. Andererseits werden wir in der Komfortzone bequem und müde und haben so keine Chance zur Weiterentwicklung.

Daher bieten Veränderungen – wobei wir in den meisten Fällen sowieso nicht gefragt werden, ob wir sie wollen oder nicht - die Chance, uns neu zu orientieren und aus dem täglichen Trott heraus zu kommen.

Katrin Busch-Holfelder schreibt in ihrem Buch „Zukunftsfähig im Job“ neben der Komfortzone über zwei weitere Zonen, die wir wählen können. Wir entscheiden uns für Weiterentwicklung und wechseln in die Lernzone, um uns den Herausforderungen zu stellen und um zu lernen, mit den Unsicherheiten der neuen Situation umzugehen. Als Ergebnis erweitern wir unsere Komfortzone um genau diese Erkenntnis. Oder wir entscheiden uns dafür, die neue Situation zu ignorieren und geraten dadurch in die Panikzone. Wir können die Veränderung auf Dauer nicht aufhalten. Dieses Wissen blockiert uns und macht uns Angst. Die Lösung ist auch hier sich in die Lernzone zu begeben, schrittweise mit den neuen Herausforderungen umgehen zu lernen und sich so weiter zu entwickeln.

Im Zwang der persönlichen Vorstellungen

Um aus Veränderungen „lernen“ zu können, habe ich mir einmal klar machen müssen, dass ich zwar meine Vorstellungen von einem „perfekten“ Leben habe, aber nicht erwarten darf, dass auch alles nach meiner Vorstellung abläuft. Das durfte ich speziell im Leistungssport lernen. Ein einziger schlechter Wettkampf und ich musste alle Planungen wieder neu überdenken. Das Einzige was absolut ist, ist die Gegenwart. Alles was war ist vergangen. Nun liegt es an mir, wie ich mit den Erkenntnissen der Vergangenheit die Zukunft erwarte. Neugierig oder ängstlich. Dafür ist in erster Linie die Bereitschaft zur Selbstreflexion erforderlich.

7 Phasen im Veränderungsprozess

Etwas wichtiges konnte ich mir aus dem Changemanagement mitnehmen. Wir kennen dort die Phasen, wie Menschen Veränderungen erleben. Beginnend beim Schock kommen wir über die Verleugnung zur rationalen Einsicht. Aber bevor wir zum Ausprobieren des neuen Weges kommen ist es wichtig, auch emotional loszulassen. Dazu müssen wir durch das „Tal der Tränen“ gehen und uns dafür auch die notwendige Zeit geben. Ich sage mir immer in den Kopfpolster schreien und dann aber irgendwann wieder aufstehen und weitermachen! Im Unternehmenskontext ist es in dieser Phase wichtig, das alte Vergangene entsprechend zu würdigen. Lasst uns deshalb ordentlich das Vergangene feiern und noch mal hochleben! Erst dann können wir auch emotional abschließen und uns Neuem öffnen. Es folgt nach dem Ausprobieren die Erkenntnis zum neuen Weg und ich integriere ihn in mein Leben, in meine erweiterte Komfortphase. 

Ansätze zu einem neuen Denken?

Wie kann das in der Praxis aussehen? Wenn ein Unternehmen meine Leistung nicht schätzt oder diese sogar schlecht macht, kann ich mich dazu entschließen, das Unternehmen zu verlassen. Um zu erkennen, wie schön es ist, wenn mein Potenzial in einem anderen Unternehmen anerkannt und gewürdigt wird. Der andere Weg führt in einen auf die Dauer krankmachenden und unbefriedigenden 9 to 5 Job, wo ich ein Drittel meiner Tageslebenszeit verschwende und irgendwann resigniere.

Wenn eine Beziehung nach Jahren zerbricht, kann ich auf das gemeinsame Kind als Ergebnis einer guten Zeit blicken und Freude und Dankbarkeit spüren. Leider vergessen wir das oft und Rosenkriege auf dem Rücken der Kinder sind die Folge. Oder ich besinne mich in Dankbarkeit an die schöne gemeinsame Zeit.

Den Tod eines geliebten Menschen kann ich mir zum Anlass nehmen, einerseits wieder viel bewusster die Beziehungen mit meinen noch lebenden Freunden zu gestalten. In der Trauer hilft es mir in den dunklen Stunden durch Erinnerungen Dankbarkeit für die Zeit des gemeinsamen Weges zu entwickeln – auch wenn der Mensch immer fehlen wird!

Ich weiß, das klingt alles sehr theoretisch. Aber ich kann sagen, dass diese Haltung zu auftretenden Veränderungen für mich sowohl privat als auch beruflich oft der Weg aus der Panikzone war und jede neue Situation Training und Chance zum Lernen für meine neue Komfortzone geboten hat. 

Wenn es Ihnen auch so gehen sollte, oder andere Lösungsansätze für Sie wesentlicher sind, lassen sie es mich wissen, über einen Gedankenaustausch würde ich mich freuen ...

Kategorie: Gesellschaft, Mensch

Dr. Gabriele Domschitz

Generaldirektorin Wiener Stadtwerke AG von 2009 bis 2018

„Der Aufbau des Prozessmanagementsystems durch Herbert Dvorak als „roter Faden“ der Unternehmensabläufe diente der Zertifizierung für Umwelt sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz, aber auch der Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems“.

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